SIERRA LEONE

Hintergrund 

Als Street Child 2008 seine Arbeit in Sierra Leone aufnahm, galt das Land als das ärmste der Welt. Trotz wichtiger Fortschritte stehen viele Kinder noch heute vor großen Hürden beim Zugang zu Bildung. Zahlreiche Schüler:innen verlassen die Schule, ohne grundlegende Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse erworben zu haben.

  

Erkenntnisse aus der Arbeit von Street Child zeigen, dass Armut weiterhin das größte Hindernis für Bildung ist. Hinzu kommen weitere Faktoren wie der Verlust von Betreuungspersonen, frühe Schwangerschaften, fehlende Unterstützung für Bildung im familiären Umfeld oder unzureichende Unterrichtsqualität.

  

Ohne gezielte Förderung haben viele Kinder nur begrenzte Chancen, diesen Herausforderungen zu entkommen. Deshalb arbeitet Street Child mit Gemeinden daran, die Qualität der Grundschulbildung zu verbessern und Kindern dadurch bessere Zukunftsaussichten zu eröffnen.

Dein Einfluss in Sierra Leone

1.607

Klassenzimmer in 535 Schulen wurden durch Renovierungen oder Neubauten unterstützt.

45.656

Erwachsene wurden erreicht, darunter 45.656 Personen, die Fördermittel für Familienunternehmen bekamen.

288.967

Kinder wurden durch unsere Programme erreicht.

Was wir tun

Street Child arbeitet in Sierra Leone sehr eng mit der nationalen NGO Street Child of Sierra Leone (SCoSL) zusammen. Gemeinsam setzen wir uns im ganzen Land dafür ein, Kindern den Zugang zu hochwertiger Grundbildung zu ermöglichen und Bildungsbarrieren abzubauen.

  

Mit Programmen in allen Provinzen Sierra Leones unterstützt Street Child Familien, Gemeinden und lokale Akteur:innen dabei, Kindern bessere Bildungschancen zu eröffnen und Hindernisse auf ihrem Bildungsweg zu überwinden. Dadurch konnten bis jetzt mehr als 269.000 Kinder erreicht werden.

Bildung Für Kinder

Mit dem Programm „Education For Every Child Today“ (EFECT) setzt Street Child das bislang größtes Bildungsprogramm um. Das vierjährige Projekt wird gemeinsam mit „Educate A Child“ (EAC), einem Programm der Stiftung „Education Above All“ (EAA), durchgeführt und vom Qatar Fund for Development unterstützt. In Sierra Leone soll das Programm 40.500 benachteiligten Kindern den Zugang zur Grundschulbildung ermöglichen.

  

Gleichzeitig ist EFECT Teil einer länderübergreifenden Initiative in Nigeria, Liberia und Sierra Leone, die darauf abzielt, insgesamt 96.000 Kinder dauerhaft zurück in das Bildungssystem zu begleiten. Dabei steht nicht nur die Einschulung im Mittelpunkt. Um langfristige Wirkung zu erzielen, werden auch Lehrkräfte weitergebildet und Eltern sowie Betreuungspersonen dabei unterstützt, ihre Lebensgrundlagen zu stärken.

INNOVATIVE BILDUNG

 Street Child ist Teil der Sierra Leone Education Innovation Challenge, einer Initiative des Education Outcomes Fund, die darauf abzielt, rund 134.000 Kinder an 62 Schulen zu unterstützen.

  

Der Ansatz basiert auf vier zentralen Bausteinen:

  

  • Individuelle Förderung von Kindern: Besonderes Augenmerk liegt auf inklusiven und geschlechtergerechten Bildungsangeboten sowie auf zusätzlicher Unterstützung gefährdete Kinder.

  • Lernen auf dem passenden Leistungsniveau: Der Unterricht orientiert sich am tatsächlichen Lernstand der Kinder. Statt nach Alter werden die Schüler:innen nach ihren Fähigkeiten in Lerngruppen eingeteilt, um gezielter auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.

  • Stärkung von Schulleitungen und Lehrkräften: Durch Schulungen und fachliche Begleitung werden Lehrkräfte und Schulleitungen dabei unterstützt, die Qualität des Unterrichts weiterzuentwickeln.

  • Gemeinsame Verantwortung für Bildung: Das Projekt fördert die Zusammenarbeit von Schulen, Familien und Gemeinden, um sichere und unterstützende Lernumgebungen für Kinder zu schaffen.

Unterstützung von Kindern, Familien und Schulen

Ein zentrales und preisgekröntes Programm von Street Child ist das Modell „Family Business for Education“ (Familienunternehmen für Bildung). Es unterstützt besonders benachteiligte Kinder. Darunter Straßenkinder, junge Mütter und Kinder mit Behinderungen, indem es die sozialen und wirtschaftlichen Hürden abbaut, die ihnen den Zugang zu Bildung erschweren.

  

Bis heute konnten mehr als 34.000 Familien mithilfe angepasste Schulungen, Unternehmenszuschüsse sowie Spar- und Mentoringprogramme eine nachhaltige Einkommensgrundlage aufbauen. Die Kombination aus wirtschaftlicher Stärkung, intensiver sozialer Begleitung und enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden hat dazu beigetragen, dass über 67.000 Kinder eingeschult wurden und ihre Schulbildung fortsetzen können.

  

Für viele dieser Kinder wäre der Abschluss einer grundlegenden Schulbildung ohne diese Unterstützung kaum möglich gewesen.

Unterricht auf dem richtigen Niveau

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Arbeit von Street Child ist die Anwendung der TaRL-Methode („Teaching at the Right Level“) an Schulen in Sierra Leone. Dabei werden Kinder außerhalb des regulären Unterrichts entsprechend ihres individuellen Lernstands in Gruppen eingeteilt. In diesen Lerngruppen erhalten sie gezielte Förderung, um ihre grundlegenden Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen zu stärken. Dadurch können sie dem regulären Unterricht besser folgen und ihre Lernerfolge nachhaltig verbessern.

  

Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist zudem die Schulung von Lehrkräften. Sie setzen die Methode auch nach Abschluss der Projekte weiter ein und teilen ihr Wissen mit Koleg:innen.  So wird sichergestellt, dass die erzielten Fortschritte langfristig erhalten bleiben.

  

Im Jahr 2019 war Street Child die erste und einzige Organisation, die „Teaching at the Right Level“ an 200 Schulen in Sierra Leone eingeführt hat. Damit wurde ein schülerzentrierter Unterrichtsansatz etabliert, der gezielt auf die individuellen Lernbedürfnisse der Schüler:innen eingeht und dazu beiträgt, ihr Bildungsniveau nachhaltig zu verbessern.

EINKOMMENSSCHAFFENDE INITIATIVEN

Um die Nachhaltigkeit von Bildungsangeboten langfristig zu sichern, unterstützt Street Child Schulen dabei, eigene Einnahmequellen zu schaffen. Hierfür erhalten Gemeinden Saatgut, beispielsweise für Reis oder Erdnüsse, das sie gemeinschaftlich anbauen. Die Ernte wird anschließend zum Marktpreis verkauft.

  

Die erzielten Einnahmen kommen direkt den Schulen zugute und werden unter anderem für die Gehälter von Lehrkräften sowie für notwendige Reparaturen eingesetzt. So können die Schulen ihre finanzielle Eigenständigkeit stärken und den Schulbetrieb auch langfristig aufrechterhalten.

  

Im Jahr 2021 wurden auf diese Weise in Sierra Leone 80 einkommensschaffende Initiativen an ländlichen Grundschulen ins Leben gerufen.

NEWS and media

Dein Beitrag zu Sierra Leone 

246.295

Kinder durch unsere Programme erreicht.

39.606

Erwachsene erreicht. Davon haben 37.744 Zuschüsse für Familienunternehmen erhalten.

1.157

Klassenzimmer in 385 Schulen saniert oder gebaut.