FIFTEEN

 THROUGH THE LENS OF THE NEXT GENERATION

Willkommen zu "Project Fifteen"

„FIFTEEN;THROUGH THE LENS OF THE NEXT GENERATION ist eine fotografische Reisevon Westafrika über Europa bis nach Asienaus der Perspektive 15-Jähriger.

 

Die Wanderausstellung von Street Child war bereits unter anderem in London und Barcelona zu sehen und wird jetzt in den Räumlichkeiten der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank München (HAL) präsentiert.

FIFTEEN bietet die einzigartige Gelegenheit, die Welt durch die Augen junger Menschen aus Bangladesch, Nepal, Nigeria, Uganda und der Ukraine zu sehen. Die ausgestellten Fotografien sind u.a. in Konfliktgebieten, Flüchtlingslagern und in abgelegenen Gemeinden entstanden und geben somit Einblicke, was es bedeutet, in unterschiedlichen Ländern und Lebensrealitäten 15 Jahre alt zu sein.

 

Basierend auf einem Pilotprojekt mit dem nigerianischen Fotografen Nelson Apochi Owoicho, arbeitete Street Child in jedem der fünf Länder mit lokalen Fotografen und Fotografinnen zusammen, um Fotografie-Workshops mit Jugendlichen durchzuführen. Angeleitet von den professionellen Fotograf:innen erlernten die Jugendlichen in kleinen Gruppen die Grundlagen der Fotografie. Dieses kreative Projekt ergänzte die Bildungsprogramme von Street Child in den lokalen Gemeinden und bot den Teilnehmenden Raum, sich künstlerisch zu entfalten und ihre eigenen Lebenswelten festzuhalten.

 

Die Zusammenstellung aus den entstandenen Bildern, professionellen Portraits und Gesprächen mit den Jugendlichen eröffnet uns einen besonderen Blick auf die Welt, festgehalten durch die Linse der nächsten Generation.   

 

„F I F T E E N zeigt das empfindliche Gleichgewicht, das in uns Menschen ruht – die Fähigkeit, positiv zu bleiben, zu lachen, Freude zu empfinden und jenes tiefe Gemeinschaftsgefühl zu spüren, welches sich in der Not, in Krisenzeiten, bei Konflikten und humanitären Katastrophen offenbart. Es gibt talentierte junge Menschen, die in Vergessenheit geraten, weil sie inmitten dieses Chaos leben. […] Ihre Bilder sind ein berührender Anlass, sich als Mensch unserer Verbundenheit bewusst zu machen.“

Nelson Apochi Owoicho, nigerianischer Fotograf und Filmemacher.

* Im Rahmen der Street Child Safeguarding Richtlinien wurden alle Namen in der Ausstellung geändert und die genauen Orte nicht genannt.    

Nigeria

Im Eingangsbereich der HAL-Privatbank sind die Bilder ausgestellt, die im Rahmen des FIFTEEN-Pilotprojekts mit dem Fotografen und Filmemacher Nelson Apochi Awoicho entstanden sind. Im Nordosten Nigerias, wo der Workshop stattfand, wurde aus einem langjährigen Aufstand eine komplexe humanitäre Notlage. Diese zog Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen nach sich, von denen insbesondere junge Menschen betroffen waren und sind.

 

 Street Childs Projekt "Right to Care" unterstützt Partnergemeinden dabei, zu sicheren Orten und schützenden Gemeinschaften zu werden. So werden beispielsweise kommunale Schutzkommittees eingerichtet und angelernt, Sicherheitsrisiken insbesondere auch für Kinder in ihren Gemeinden zu erkennen und entsprechend zu handeln. Zusätzlich wird psychosoziale Unterstützung für von Konflikten betroffene Kinder und deren Sorgeberechtigte angeboten.

 

 Die ausgestellten Fotos hat Tunde* aufgenommen. Er ist 15 Jahre alt und möchte später einmal Arzt werden. Tunde hat besonders viele Bilder von seinen Freundinnen und Freunden während ihres Schulalltags gemacht, denn es freut ihn, dass sie die Möglichkeit zum Lernen haben. Sein Lieblingsbild aber zeigt Kinder, wie sie in der Natur unter einem Baum sitzen.

Bangladesch

Im Raum Frankfurt werden Bilder aus einer Flüchtlingssiedlung der Rohingya in Bangladesch gezeigt. Fast eine Million Angehöriger dieser marginalisierten Bevölkerungsgruppe musste 2017 vor Gewalt aus dem benachbarten Myanmar fliehen und lebt seitdem überwiegend in Flüchtlingssiedlungen. Dort fehlen unter anderem oftmals grundlegende Bildungsinfrastrukturen mit der Folge, dass 53% aller Kinder und 97% aller Jugendlichen (zwischen 15-18 Jahren) keinen Zugang zu Bildung haben.

 

Street Child unterstützt vor Ort mit verschiedenen Ansätzen. Zum einen werden solarbetriebene internetfähige Geräte verwendet, um den Kindern in den Flüchtlingssiedlungen Zugang zu Online-Unterricht zu ermöglichen. Zum anderen gibt es ein Team aus Lehrkräften, welches in einem eigens eingerichteten Lernzentrum vor Ort Präsenzunterricht hält. Dort fand auch der Fotografie-Workshop für die Jugendlichen statt.

 

Die ausgestellten Bilder wurden von Nafisa* und Abdur* aufgenommen. Nafisa hatte große Freude daran, bei dem Workshop neue Kontakte zu knüpfen und hat direkt versucht, die Atmosphäre unter den Teilnehmenden fotografisch einzufangen. Abdur hingegen hat seine Familie fotografiert; vor allem ein Bild von seinem jüngeren Bruder auf dem Weg zum Unterricht gefällt ihm sehr. In seiner Kreativität bestärkt durch den Workshop, erzählt Abdur, dass er Fotograf werden möchte.

Nepal

Der Raum Köln präsentiert Bilder, die im ländlichen Westen Nepals aufgenommen worden sind. Dort leben viele Angehörige der Dalit und viele Muslime, die aufgrund der strukturellen Nachwirkungen des Kastensystems gesellschaftlich stark marginalisiert sind. Die Dalit wurden auch als „Unberührbare“ bezeichnet, weil sie im alten System die niedrigste Kaste bildeten. Trotz dessen Abschaffung durch die nepalesische Regierung haben sowohl die Dalit als auch die Muslime als ethnische Minderheit kaum Zugang zu Bildung oder wirtschaftliche Erfolgschancen.

 

In dieser Region arbeitet Street Child mit dem Lehrpersonal von über 40 Gemeindeschulen zusammen, um den Unterricht kindzentrierter zu gestalten. Mit der Methode „Teaching at the Right Level“ werden Lerngruppen nicht nach Alter, sondern nach Bedürfnissen und Wissensstand der Kinder eingeteilt. Zusammen mit zusätzlichen Bildungsangeboten, wie Unterrichtsstunden zu reproduktiver Gesundheit oder Entscheidungsfindungsprozessen, werden die Schülerinnen und Schüler auf diese Weise ganzheitlich in ihrer Bildung gestärkt.

 

Die Bilder wurden von Alina* und Munni*, 15 Jahre alt, aufgenommen. Beide erzählen, dass ihnen über Fotografie zu lernen und es anschließend selbst auszuprobieren viel Spaß gemacht hat. Alinas Lieblingsfoto ist das einer Jasminblüte, während Munni vor allem ihr Bild einer Frau, die auf einem Baum Früchte pflückt, gelungen findet. Munni möchte gerne Lehrerin werden und Alina hofft, als Krankenpflegerin armen Menschen helfen zu können.

uganda

Im Hauck-Aufhäuser-Saal hängt ein Foto, das bei dem Workshop in einer Flüchtlingssiedlung in Uganda entstand. Mit 1,5 Millionen Flüchtlingen ist Uganda das Land auf dem afrikanischen Kontinent, dass die meisten geflüchteten Menschen beherbergt. Viele von Ihnen kommen aus der Demokratischen Republik Kongo und dem benachbarten Südsudan, beides Regionen, die seit über einem Jahrzehnt von gewalttätigen Konflikten geprägt sind.

 

In einer Flüchtlingssiedlung mit über einhunderttausend Bewohner:innen fand der Fotografie-Workshop von Street Child statt. Denn im Kontext der beschriebenen Flüchtlingssituation zeigt sich, dass mit 89% ein sehr hoher Anteil an Kindern im schulfähigen Alter keine weiterführende Schule besucht. Deshalb baute Street Child gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation CIYOTA eine Sekundarschule in der Siedlung, um so Hunderten von in der Flüchtlingssiedlung lebenden jungen Menschen eine Fortsetzung des Schulbesuchs zu ermöglichen.

 

Das Foto hat Benjamin* geschossen, der 15 Jahre alt ist und mit seiner Familie in der Flüchtlingssiedlung lebt. Benjamin spricht mit viel Dankbarkeit und Freude über sein Leben in Uganda, denn es bedeutet ihm viel, seine Freund:innen und Familie in Frieden zu wissen. Er spielt sehr gerne Fußball; der Sport gibt ihm Kraft, aber auch die Liebe seiner Eltern ist für ihn ein entscheidender Faktor seines Glücks. Benjamin möchte später einmal Priester werden. Es war der Berufswunsch seines Großvaters, aber durch den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo, wo seine Familie ursprünglich lebte, konnte er diesen Weg nie gehen. Deshalb möchte Benjamin diesen Traum für seinen Großvater leben.

Ukraine

Im Raum Hamburg werden Bilder ausgestellt, die von Jugendlichen in der Ukraine aufgenommen worden sind. Ihre Heimatstadt liegt hundert Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt und wurde am 24. Februar 2022, dem Tag der Invasion, umzingelt. Wochenlang wurde die Stadt täglich bombardiert, mehr als 200 Menschen starben und Hunderte wurden verletzt. Im April zogen sich die russischen Truppen zurück, aber die Luftangriffe dauern seitdem an und zerstören auch Schulinfrastruktur.

 

Street Child arbeitet vor Ort mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, um den Zugang zu Bildung auch in der Krise aufrechtzuerhalten und Schule in Kriegszeiten resilient zu gestalten. Dies wird vor allem durch eine Infrastruktur für digitalen Unterricht möglich gemacht, aber auch Ressourcen für sichere Schulen und hochwertigen Präsenzunterricht werden bereitgestellt. Nicht zuletzt spielen Betreuungs- und Schulungsangebote von der psychologischen Ersten Hilfe bis zum Schutz vor Landminen eine entscheidende Rolle in den Programmen vor Ort.

 

Die Fotos haben Uliana* und Iryna* aufgenommen. Beide sind 15 Jahre alt und haben sich, wie viele der Teilnehmenden aus dem Workshop in der Ukraine, dafür entschieden, ihre Stadt außerhalb zerstörter Gebäude zu zeigen. Stattdessen widmet Uliana ihre Foto-Serie den Orten, die im Alltag untergehen und deren Faszination aus der Vorstellung hervorgeht, dass sie einem einzelnen Menschen viel bedeuten können. Iryna hingegen hat mit ihren Bildern vor allem die Stimmung ihrer Flucht aus der Stadt einfangen wollen: die Sorge um geliebte Menschen, die Angst beim Anblick von Verletzten und Verstorbenen, die emotionale Leere nach der Panik, die Trauer um die entflohene Familienkatze.

Danksagung

Danke an Nelson Apochi Awoicho (Nigeria), Marysia Myanovska (Ukraine), Prakash Chandra Jimba (Nepal), Thierry Barata (Uganda) und Monon Muntaka (Bangladesh) für die Durchführung der Workshops und dafür, dass sie ihre Liebe für Fotografie mit den Jugendlichen geteilt haben.  

 

Besonderer Dank gilt den Jugendlichen, die ihr Leben durch die Fotografien mit uns und der Welt teilen. 

Ebenso danken wir den Münchner Kolleg:innen der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank für die Bereitstellung ihrer schönen Räumlichkeiten und für die großartige persönlicheUnterstützung während des gesamten Vorbereitungs- und Umsetzungsprozesses. Besonders wertvoll war für uns die Offenheit, Wertschätzung und persönliche Verbundenheit, mit der sie die Ausstellung von Beginn an begleitet haben.

Sie haben Interesse eine der Fotografien zu erwerben?

 

Gerne stehen wir Ihnen für Anfragen und weitere Informationen zur Verfügung: stiftungen@streetchild.de

 

Sie wollen unsere Mission unterstützen und helfen, dass Kinder in Sicherheit sind, in die Schule gehen und lernen können?



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